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Kann man aus jeder Agave Tequila machen?

Kann man aus jeder Agave Tequila machen? - Palömchen

Viele Menschen glauben, Tequila sei einfach der Sammelbegriff für alle Spirituosen aus Agaven. Doch tatsächlich ist das nicht der Fall.

Die überraschende Antwort lautet: Nein. Aus den meisten Agaven kann man keinen Tequila herstellen. Und genau das macht Tequila so besonders.

Was ist Tequila eigentlich?

Tequila ist nicht einfach eine Agavenspirituose. Tequila ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Ähnlich wie:

  • Champagner aus Frankreich
  • Parmaschinken aus Italien
  • Scotch Whisky aus Schottland

darf auch Tequila nur unter bestimmten Bedingungen hergestellt werden. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, darf sein Produkt rechtlich nicht Tequila nennen.

Die wichtigste Voraussetzung: die richtige Agave

Für Tequila ist weltweit nur eine einzige Agavenart zugelassen: Agave tequilana Weber var. azul – besser bekannt als die Blaue Weber-Agave.

Keine andere Agavenart darf für Tequila verwendet werden. Nicht Espadín, nicht Tobalá, nicht Arroqueueño, nicht Tepeztate, nicht Cenizo – selbst wenn daraus hervorragende Spirituosen entstehen.

Warum gerade die Blaue Weber-Agave?

Die Blaue Weber-Agave besitzt mehrere Eigenschaften, die sie für die Tequila-Produktion besonders attraktiv machen:

  • wächst vergleichsweise gleichmäßig
  • liefert hohe Zuckererträge
  • lässt sich großflächig kultivieren
  • erzeugt ein charakteristisches Aromaprofil

Deshalb setzte sie sich über Jahrzehnte als Standard für die Tequila-Produktion durch.

Wie viele Agavenarten gibt es überhaupt?

Die Wissenschaft kennt heute über 200 verschiedene Agavenarten. Einige Schätzungen gehen sogar von deutlich mehr Varianten und Unterarten aus. Viele davon wachsen ausschließlich in bestimmten Regionen Mexikos – manche nur in einzelnen Tälern oder Gebirgszügen. Andere benötigen 20 Jahre oder länger bis zur Ernte.

Warum entstehen aus anderen Agaven trotzdem Spirituosen?

Weil Tequila nur eine von vielen Möglichkeiten ist. Aus anderen Agavenarten entstehen beispielsweise:

Mezcal darf aus zahlreichen verschiedenen Agavenarten hergestellt werden. Zu den bekanntesten zählen Espadín, Tobalá, Tepeztate, Arroqueueño und Madrecuixe. Gerade diese Vielfalt macht Mezcal so spannend.

Raicilla ist eine traditionelle Agavenspirituose aus Westmexiko. Bacanora ist eine regionale Spezialität aus Sonora. Und auch außerhalb der klassischen Kategorien entstehen heute immer mehr Produkte auf Agavenbasis.

Was passiert, wenn man eine andere Agave verwendet?

Dann kann eine großartige Spirituose entstehen. Aber kein Tequila. Das liegt nicht an der Qualität, sondern an den gesetzlichen Vorgaben. Selbst die beste Spirituose aus Tobalá oder Tepeztate darf niemals Tequila heißen.

Warum ist die Vielfalt der Agave so faszinierend?

Wer beginnt, sich mit Agaven zu beschäftigen, entdeckt schnell: Tequila ist nur ein kleiner Ausschnitt einer viel größeren Welt. Hinter der Agave verbirgt sich eine Pflanzenfamilie mit hunderten Arten, unterschiedlichen Regionen und unzähligen Geschmacksprofilen.

Fazit

Nein, aus jeder Agave kann man keinen Tequila herstellen. Für Tequila ist ausschließlich die Blaue Weber-Agave zugelassen. Doch gerade die vielen anderen Agavenarten eröffnen eine faszinierende Welt voller unterschiedlicher Aromen und Spirituosen.

Vielleicht ist deshalb die spannendste Erkenntnis nicht, was Tequila ist. Sondern wie viel mehr es neben Tequila noch zu entdecken gibt.

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